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Unsere Sicht auf die Ernte 2022

Unsere Sicht auf die Ernte 2022

Die Ernte 2022 ist beendet. Es war eine ganz besondere Weinlese angesichts der klimatischen Bedingungen, die den Jahrgang seit den Frühjahrsmonaten geprägt haben, bis zu der Sommerhitze, unter der wir alle „gelitten“ haben. Wir wollten euch ganz genau erzählen, wie es war, und haben dazu Mattia, der sich im Betrieb um alle Aspekte der Produktion kümmert, ein paar Fragen gestellt.

Zweifelsohne war es ein schwieriges Jahr, das sowohl im Weinberg als auch später im Weinkeller mit großer Sorgfalt bewältigt werden musste. Ein sehr trockener Winter, geringe Niederschläge ab Januar und dann während des gesamten Frühjahrs führten zu einem frühen Austrieb und sehr schwierigen und ungleichmäßigen Wachstum. Es überraschte nicht, dass die Weinberge mit Ost- und Nordost-Ausrichtung besser abschnitten, da deren Böden die Reben besser vor Wasserstress schützen konnten.

Wie war der Jahrgang ’22 in der Gambellara und in den Colli Berici?

Für die Gambellara und seine Garganega-Trauben war der Jahrgang durch einen um bis zu 20 % geringeren Ertrag im Vergleich zum Durchschnitt und eine um fast 10 Tagen vorgezogene Lese gekennzeichnet. Das Hauptproblem dieses Jahrgangs stellten die fehlenden Temperaturschwankungen dar, weniger in den Weinbergen in höheren Lagen und dort, wo das Erziehungssystem der Veroneser Pergola eine bessere Beschattung der Pflanze begünstigt hat. Diese atypischen Bedingungen werden sich auf die organoleptische Ausprägung der beiden Weine Gambellara Classico „Bocara“ und „Creari“ des Betriebes auswirken, die in diesem Jahr zweifelsohne stärker als üblich Aromen gelber Pfirsiche und tropischer Früchte zeigen werden, jedoch mit ausbalancierter Säure und tröstlichen Ausgangszuckerwerten.

In den Colli Berici haben die Weinberge – vor allem die mit Merlot und Cabernet Sauvignon und ungeachtet der Besorgnis über eine unausgewogene technologische und phenolische Reife – gezeigt, dass sie in der Lage waren, das vegetative Gleichgewicht wiederherzustellen und den Reifeprozess abzuschließen, auch dank einer Lehmschicht, die ein gutes Wasserspeichervermögen im Boden besitzt und so den Stress im Weinberg reduziert. Die hohe Konzentration an Polyphenolen und die Trauben mit sehr prägnanten Tanninen in Verbindung mit einem hohen potenziellen Alkoholgehalt erforderten große Aufmerksamkeit im Keller, während der Mazeration und in der darauffolgenden Phase der Evolution zum Wein – insbesondere für die Typologie, die nach einigen Wochen, nach Abschluss der malolaktischen Gärung in Barriques aus Eichenholz umgefüllt wurde. Wir sind zuversichtlich was diesen Jahrgang angeht, der komplexe agronomische und önologische Herausforderungen mit sich brachte, aber auch ein großes Potenzial.

In den 2000er Jahren gab es noch andere Jahrgänge, die aufgrund der tropischen Hitze in Erinnerung bleiben, wie 2003, 2007 und 2012. Gibt es Parallelen? Analogien? Unterschiede?

Zweifellos gab es in den letzten zwanzig Jahren mehrere kritische Jahrgänge mit erheblichem Wasser- und Temperaturstress für die Reben, die sich auf die Weine ausgewirkt haben. Solche heißen Jahrgänge können eine Veränderung der Ausdruckskraft des Weins bewirken: in erster Linie eine phenolische Verschiebung, die maßgeblich die Rundheit der verschiedenen organoleptischen Komponenten des Weins bestimmt, mit weniger Säure und Potenzial für eine lange Lagerung.

Trotz einiger Ähnlichkeiten weist nur der 2003er ebenso kritische Punkte auf wie diese letzte Ernte, während 2007 und 2012 eine größere Heterogenität unter den Rebsorten und Anbauzonen zu verzeichnen war, mit einigen qualitativen Ergebnissen, die sich dann als unerwartet und positiv herausstellten, auch dank eines regenreicheren Frühjahrs, das den Wasserstress für die Reben milderte.

Der positive Aspekt ist, dass unser Unternehmen im Laufe der Jahre einen immer stärkeren Fokus auf die Bodenbearbeitung, das Wachstum und das produktive Gleichgewicht gelegt hat, eben um jede Rebsorte mit allem Notwendigen zu unterstützen und jeder Pflanze die besten Bedingungen zu bieten, damit sie sich selbst regulieren und bei der Weinlese eine hohe Traubenqualität liefern kann, so wie in dieser letzten Saison.

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